ES REICHT! – Aufruf Boykott & Mail-Aktion
Hier der Flyer zum Download:
26_08_24_Agroponiente, BioSol-neu
Wir rufen zum Boykott von Obst und Gemüse auf! Aktuell finden in Almeria zwei stärkere Arbeitskämpfe statt: bei den Betrieben Agroponiente und SolPortocarrero (ehemals BioSol).
Wir stellen uns an die Seite der Arbeiter:innen und neben den Boykott rufen wir zu einer Emailaktion auf, um Druck auf die Supermärkte und Betriebe auszuüben.
Druckt gerne die Flyer aus und verteilt sie in eurer Umgebung oder schickt mit einem einfachen Klick die E-Mails an die Supermärkte und Betriebe.
Aktuelle Situation SolPortocarrero:
Sol Portocarrero (ehemals Biosol) beutet seine Arbeiter:innen systematisch aus. Dazu gehört unter anderem: Union Busting, Unrechtmäßige Kündigungen, Nicht-Einhaltung der Arbeitszeit (bspw. Mehr als 10 Stunden bei Temperaturen zwischen 40 und 50 Grad), Nicht-Einhaltung vom Urlaub Zudem nutzt das Unternehmen, das vor kurzem noch Biosol hieß, nicht nur viele Strukturen von Tochtergesellschaften, sondern auch Leiharbeitsfirmen. Letztere dienen dazu die Organisierung für würdige Arbeitsbedingungen zu umgehen, zu unterdrücken und Menschen gegeneinander auszuspielen. Durch die vielen Subunternehmen Kann Sol Portocarrero besonders unübersichtlich die Arbeiter:innen von Unternehmen zu Unternehmen schieben, sodass sie viele Arbeitsrechte umgehen können. Sol Portocarrero liefert nach Deutschland und in die Schweiz. Aufgrund der
Arbeitsrechtsverletzungen wurde dem Unternehmen außerdem die Zertifizierung von Naturland und Bio Suisse entzogen. Dies scheint dem Unternehmen jedoch nicht weiter zu stören, denn durch die neue Unternehmensbenennung wird schnell klar, dass „Bio” nicht an oberster Stelle stand.
Aktuelle Situation Agroponiente:
Am 10. August traten die Arbeiter:innen der Agroponiente Natural Produce
S. L. für 2 Wochen in Streik. Die Verhandlungen mit der Geschäftsleitung sind
aktuell auf Grund von haltlosen Forderungen der
Geschäftsführung erneut gescheitert. Am 22. September wird die Belegschaft deshalb ein weiteres Mal in einen unbefristeten Streik treten.
Hier ein kleiner übersetzter Einblick, was uns von der SOC-SAT zu Agroponiente und den letzten Monaten Abreitskampf mitgeteilt wurde:
Nach acht Sercla-Sitzungen (Mediationsgesprächen), nachdem die SOC-SAT die Gewerkschaftswahlen mit überwältigender Mehrheit gewonnen hatte – trotz der Machenschaften der Führungsspitzen der Gewerkschaften UGT und CC.OO. in Almería sowie des Unternehmens – und viel Geduld gezeigt hatte, war das Maß voll. Am 10. August traten die Arbeiter.innen in einen unbefristeten Streik ein, mit Kundgebungen vor den Toren des Betriebs in Los Albaricoques, Níjar und am Hauptsitz von AGROPONIENTE in El Ejido, Almería.
Das Unternehmen Lara Castañeda (Teil der AGROPONIENTE-Gruppe) weigert sich die Arbeitsrechte der Beschäftigten zu achten. Ein Unternehmenskonzern unter der Führung eines Hedgefonds mit Sitz in Katalonien, mit Landgütern in Marokko und Spanien, mit einem Umsatz von über 415 Millionen Euro im Wirtschaftsjahr 2025/26.
Mit Unternehmern und Managern, die an den Elitehochschulen Deusto und ESADE in Katalonien studiert haben, werden wir ihnen nicht gestatten, was die baskische und katalanische Arbeiterklasse ihnen niemals gestattet hat.
Der Gründungspartner und CEO des Hedgefonds, Oriol Pinya von Abasc Capital, der die AGROPONIENTE-Gruppe mehrheitlich besitzt, ist gleichzeitig Geschäftsführer bei INDRA – unterstützt von der reaktionären Rechten von Junts per Catalunya, denselben Leuten, die die Arbeitszeitverkürzung im Parlament zu Fall gebracht haben. Denselben, die die Zwangsräumungen von Arbeiterfamilien zugelassen haben. Die Liste der repressiven Maßnahmen ist lang.
Oriol Pinya ist ein Mann mit vielen Gesichtern: Er verkauft sowohl Tomaten bei der AGROPONIENTE-Gruppe sowie einen Kampfpanzer über INDRA, ein strategisches Unternehmen des spanischen Staates.
Für das GESCHÄFT gibt es weder Vaterland noch Flagge – sie verbünden sich genauso gut mit der almerinischen Agrarbourgeoisie wie mit der spanischen Kriegsindustrie. So sind diese „Brieftaschen-Patrioten“.
Von der spanischen extremen Rechten unterscheiden sie sich nur durch die Armbanduhr und die Flagge. Das Ziel ist dasselbe: von den Wertzuwächsen der Arbeiterklasse zu profitieren.
Die andalusische Arbeiterklasse – zu der wir alle Arbeiter:innen zählen, die aus aller Welt nach Andalusien gekommen sind und die wir als die unseren betrachten – wird nicht zulassen, dass die Arbeitsrechte und die Würde der Landarbeiter*innen weiterhin mit Füßen getreten werden.
Die Arbeiterklasse kennt keine Grenzen!
Von der SOC-SAT Almería aus rufen wir die Arbeiterklasse zur Einheit auf und appellieren an unsere katalanischen und baskischen Arbeiterkollegen, den Kampf der Arbeiter*innen von LARA CASTAÑEDA (GRUPO AGROPONIENTE) zu unterstützen.
Unsere Verbündeten und Schwesterorganisationen in Europa bitten wir um ihre Unterstützung auf allen möglichen Fronten.
Die Stunde ist gekommen! Lasst uns wieder Recht auf dem Feld und in den Abpackhallen walten! Kein Schritt zurück!
Die Gewerkschaft SOC Andalusien blickt auf 50 Jahre Kampf für das Land und die Landarbeiter:innen sowie die Menschen im ländlichen Raum Andalusiens zurück. Der Kampf geht weiter!
Weitere Informationen zum Unternehmen und Updates zum ersten Tag mit Fotos:
Hier ist ein ziemlich umfassender Bericht über AGROPONIENTE.
Er vermittelt ein gutes Bild davon, mit wem wir es bei diesem Streik zu tun haben. Es handelt sich um einen Investmentfonds mit Verzweigungen in Marokko, Senegal und Andalusien – drei kolonisierte und ausgebeutete Gebiete.
Wir unterstreichen an dieser Stelle nochmals, dass das Niederlegen der Arbeit das wichtigste Instrument des Widerstandes gegen Ausbeutung und für die Rechte der Arbeitenden ist. Daher ist es wichtig, diesen Streik zu unterstützen, auch von uns aus Druck auf für arbeitsrechtliche Verstöße
zuständige Unternehmen auszuüben und unsere Solidarität beständig gegenüber den Streikenden auszudrücken. Als konsumierender Part der Produkte in der Lieferkette sehen wir viele Möglichkeiten der Druckausübung von hier aus.
Schließlich wollen wir hochwertiges und schadstofffreies Gemüse für alle, das nicht auf den Rücken anderer produziert wird. Gemüse, das nicht die Gesundheit anderer aufs Spiel setzt. Wir wollen Gemüse, um uns gut und gesund zu ernähren!
Hier der Flyer zum Download: