Rückblick 2012, Ausblick 2013 und ein Spendenaufruf

10. Januar 2013|Berichte, Spendenaufrufe

Liebe Unterstützer wir wünschen euch ein frohes, gesundes und erfolgreiches neues Jahr. Wir möchten euch für eure vielfältige Unterstützung im Jahr 2012 danken. Das vergangene Jahr war ein intensives und erfüllendes Jahr. Wir haben zwei große Projekte erfolgreich realisiert. Ohne euren solidarischen Rückhalt hätten wir unsere Projekte so nicht stemmen können und wir hoffen weiterhin, dass wir auf euch zählen können.

Inhalt

1. Control Obrero – Gewerkschafterprojekt
2. Aufstand der Farben 2012
3. Weitere Aktivitäten und die abgesagte Brigade “Rudolfo Walsh”
4. Die Lage in Venezuela und der Gesundheitszustand von Präsident Chávez
5. Kommende Brigade im Sommer 2013
6. Spendenaufruf

Control Obrero – Gewerkschafterprojekt

Über die Monate März und April 2012 hatten wir zwei Gewerkschafter, Paulo Cumana und Felix Martinez, aus Venezuela zu Gast. In sieben verschiedenen Städten in Deutschland organisierten wir mit verschiedenen Kooperationspartnern Infoveranstaltungen zum Thema Arbeiterkontrolle, -mitbestimmung, und –selbstverwaltung in Venezuela. Der gegenseitige Austausch zwischen unseren Compañeros aus Venezuela und den deutschen Genossen erregte viel Interesse und führte zu vielen Ideen für eine zukünftige Zusammenarbeit auf verschiedenen Ebenen. Die Autoscheibenfabrik Vivex, in der Paulo und Felix tätig sind, hat mittlerweile zum Teil die Produktion wieder aufgenommen. Paulo berichtet uns regelmäßig von den Entwicklungen in der Fabrik. Vor allem die Frage nach einem Verwaltungsmodell, in dem die Arbeiter von Vivex über eine breit geschulterte Entscheidungsgewalt verfügen, liegt den Arbeiterinnen der Fabrik am Herzen.
Wir werden euch natürlich weiterhin über die aktuelle Situation bei Vivex auf dem Laufenden halten. Im Sommer planen wir die Fabrik wieder zu besuchen, um über weitere dauerhafte Kooperationsmöglichkeiten nachzudenken.

Aufstand der Farben 2012

Im vergangenen Sommer haben wir unser zweites Künstleraustauschprojekt Aufstand der Farben 2012 in Angriff genommen. Wir hatten Valeria Orfino und Sergio Condorí aus Argentinien zu Gast. Die beiden Muralistas (Wandbildmaler) aus Buenos Aires hatten bereits über die letzten Jahre hinweg in Venezuela und Bolivien mit uns zusammengearbeitet. Vom 13. Juni bis zum 26. August haben wir in verschiedenen deutschen Städten, wie Frankfurt am Main, Tübingen, Passau und natürlich in Berlin viele Wandbilder zusammen mit verschiedenen Initiativen, Gruppen und Organisationen gestaltet. Eine Menge interessanter Verbindungen sind entstanden und an dieser Stelle möchten wir einigen von Ihnen für die gelungene Zusammenarbeit, aus der eindrucksvolle Wandbilder hervorgingen, danken. Vielen Dank an die Helle Panke, den Zusammen e.V. in Frankfurt, den Chile-Freundschaftsgesellschaft “Salvador Allende” e.V. in Neukölln, an das ZAKK und den SDS in Passau, an Heike Hänsel (MdB Die Linke) in Tübingen, an die Bunte Kuh in Weißensee, an die Kotti & Co Bewegung in Kreuzberg und an den Kurt Lade Klub in Pankow. Natürlich danken wir auch dem Lokalen Aktionsplan Pankow für die finanzielle Unterstützung in Berlin-Pankow. Die Fotos der einzelnen Wandbilder und die Berichte zu den Stationen des Aufstands der Farben 2012 könnt ihr euch auf unserer Website anschauen und durchlesen.

Weitere Aktivitäten und die abgesagte Brigade “Rodolfo Walsh”

Für den September 2012 planten wir eine Brigadereise nach Venezuela, um die vergangenen Präsidentschaftswahlen zu begleiten. Der Aufenthalt sollte vor allem einer alternativen Berichterstattung dienen, die einen Ausgleich zu den zumeist tendenziell negativen, in Deutschland verbreiteten, Nachrichten über den Präsidentschaftswahlkampf schafft. Wir wollten eine Woche vor der Wahl tägliche Live-Nachrichten über einen Internetstream verbreiten und dafür im Vorfeld Videoberichte anfertigen, die die Stimmung und Lage in Venezuela wiederspiegeln sollten.
Leider hatten wir uns in der Planung der Brigade übernommen. Ein aufwendiges Projekt in Venezuela zu planen, in derselben Zeit in der wir die argentinischen Wandbildmaler zu Gast hatten, war zu viel. Nichtsdestotrotz sind unsere hohen Ansprüche weiterhin der Motor für unseren Aktivismus. Auf einigen Auswertungstreffen gegen Ende vergangenen Jahres sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir uns auf einzelne Projekte verstärkt konzentrieren, Kräfte bündeln und uns mehr Zeit für eine durchdachte Planung nehmen wollen. Außerdem widmen wir uns im Moment verstärkt den Strukturen unseres Vereins, um eine effizientere Planung kommender Projekte zu ermöglichen. Wir sind auf der Suche nach einem neuen Büro, in dem wir unsere Aktivitäten besser koordinieren können und arbeiten verstärkt an unserer Öffentlichkeitsarbeit, im Besonderen an der Website.

Die Lage in Venezuela und der Gesundheitszustand von Präsident Chávez

Aktuell sind alle Augen auf den vor kurzem wiedergewählten Präsidenten Hugo Chávez und seinen kritischen Gesundheitszustand gerichtet. Er flog bereits zum vierten Mal nach Kuba, um sich wegen einem nicht vollständig geheilten Krebsleiden behandeln zu lassen. Nach einer Operation Mitte Dezember kam es zu erneuten Komplikationen. In Venezuela hoffen die Menschen zu einem großen Teil auf eine baldige und vor allem endgültige Genesung ihres Präsidenten. Falls sich jedoch der Gesundheitszustand von Chávez nicht bessern sollte und er regierungsunfähig wird, finden in Venezuela gemäß der Verfassung Neuwahlen statt. Aus diesem Grund ist vor allem in den Medien eine Debatte um die Nachfolge von Chávez entbrannt.
Wir diskutieren natürlich ebenfalls die Auswirkungen eines möglichen bedauernswerten Ausscheidens des Präsidenten auf die politische Lage Venezuelas. Sowohl wir als auch ein großer Teil der venezolanischen Gesellschaft wollen den politischen Umgestaltungsprozess des Landes nicht von einer einzigen Person abhängig sehen. Die Veränderungen der letzten 14 Jahre haben unserer Ansicht nach einen tiefen und progressiven Einfluss auf die gesamtgesellschaftliche Bewusstseinsbildung der Venezolaner zu Folge gehabt. Wir sind der Auffassung, dass selbst das Abtreten von Hugo Chávez von der politischen Bühne eine andauernde emanzipative Veränderung der venezolanischen Gesellschaft nicht verhindern kann. Dennoch wollen wir auf die möglichen gewaltsamen Spannungen hinweisen, die durch ein ungeplantes Ende der politischen Laufbahn des aktuellen Präsidenten entstehen könnten.
Deshalb setzen wir auf diejenige Politik und unterstützen nach wie vor diejenigen politischen Akteure, die sich dem Ziel der sozialen Gerechtigkeit und des sozialen Fortschritts verschrieben haben. Demnach werden wir auch weiterhin Projekte in Venezuela planen und durchführen und wollen weiterhin Menschen dazu animieren einen Beitrag zu unserer Arbeit zu leisten.

In Kürze findet Ihr auf unserer Website einen ausführlichen Artikel zur Thematik.

Kommende Brigade im Sommer 2013

Momentan haben wir keinen festen Standort in Venezuela. Deswegen werden wir im kommenden Sommer eine Projektbrigade organisieren. Wir haben über die letzten Jahre unseres Engagements in Venezuela vielfältige Kontakte geknüpft, Erfahrungen gesammelt und punktuell zeitlich begrenzte Projekte erfolgreich abgeschlossen. Jedoch sind wir auf der Suche nach einer Gemeinde oder Organisation mit der wir eine mehrjährige Zusammenarbeit planen können. Unsere bereits gesammelten Erfahrungen dienen uns hierbei als Kriterien für die Suche nach einem zukünftigen Kooperationspartner. Daher planen wir in einer kleinen Gruppe nach Venezuela zu fahren, um über zwei Monate hinweg in verschiedenen Landesteilen Gruppen, Organisationen und Gemeinden zu besuchen, mit denen wir zukünftig auf eine nachhaltige Art und Weise zusammenarbeiten können. Mögliche Kooperationspartner sind bis jetzt kommunale Wohnungsbauprojekte im Rahmen der “Misión Vivienda”, die Landarbeiterbewegung “Frente Ezequiel Zamora” und die Autoscheibenfabrik “Vivex”. Einige weitere mögliche Kooperationspartner werden die bereits oben genannten bald ergänzen.
Mit der Suche nach einem neuen Standort wollen wir gleichzeitig darauf hinarbeiten, dass wir unsere traditionellen Teilnehmerbrigaden im Sommer 2014 wieder aufnehmen können. Diese sollen im Unterschied zur Projektbrigade, so wie bisher, vielen Interessenten die Möglichkeit bieten nach Lateinamerika zu fahren, um auf solidarische Art und Weise den Kontinent kennen und schätzen zu lernen.

Spendenaufruf

Zu guter Letzt wollen wir an dieser Stelle in Erinnerung rufen, dass unsere Arbeit sehr zeit- und ressourcenintensiv ist. Niemand von uns wird für seine Arbeit beim Interbrigadas e.V. bezahlt. Wir arbeiten ehrenamtlich und aus Überzeugung an unseren Ideen und Projekten. Durch den Erfahrungsgewinn, den wir dank vergangener Projekte gemacht haben, erschließen wir uns konstant neue Möglichkeiten der Finanzierung, beispielsweise durch gezielte Anträge bei Stiftungen. Dennoch ist die Realisierung unserer Arbeit immer noch zum Großteil auf Spenden angewiesen.

Wir wollen an dieser Stelle auch noch einmal ausdrücklich unseren Mitgliedern danken, die uns seit Jahren mit ihren Beiträgen unterstützen und werben weiterhin für neue Mitglieder. Wenn ihr Mitglied beim Interbrigadas e.V. werden wollt oder es noch nicht seid, dann schreibt uns einfach eine E-Mail an: interbrigadas@hotmail.de

Wenn ihr uns eine Spende zukommen lassen wollt, dann könnt ihr auf folgendes Konto spenden.
Selbstverständlich stellen wir Spendenquittungen aus.

“La Solidaridad es la ternura de los pueblos”
(Die Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker)

Mit herzlichen Grüßen – euer Interbrigadas-Team

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